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Mutter sitzt gemeinsam mit zwei Kleinkindern auf dem Boden und zeigt ihnen etwas.

Kindern vorlesen: Wieso Märchen und Co. so wichtig sind

Vielleicht kannst Du Dich noch daran erinnern, wie Mama und Papa Dir vorgelesen haben. Oder Oma und Opa Dir die Welt der Märchen eröffnet haben mit tollen Erzählungen von Prinzessinnen und Drachen. Gemeinsam zu lesen und sich vorlesen zu lassen, ist nicht nur etwas, an das man sich später gerne erinnert. Es ist auch ein wichtiger Bestandteil für die kindliche Entwicklung.

Aber welchen Vorteil hat es, wenn Kindern vorgelesen wird? Und macht es einen Unterschied, welche Kindergeschichte vorgelesen wird? Hier erfährst Du, wie Vorlesen auf Dein Kind wirkt und worauf Du achten solltest, wenn Du eine Geschichte auswählst.

Warum ist Vorlesen so wichtig?

Wenn einem Kind vorgelesen wird, stärkt das viele Fähigkeiten und unterstützt die Entwicklung enorm. Jedes Wörtchen gibt Deinem Kind die Möglichkeit, Wörter und Sprache zu entdecken und zu erforschen. Kognitive Fähigkeiten werden entwickelt oder ausgebaut und auch soziale Kompetenzen profitieren davon, wenn regelmäßig vorgelesen wird.

Es spielt keine große Rolle, ob in einer Kindergeschichte vielleicht mal ein schwieriger Begriff enthalten ist oder ob der vorgelesene Inhalt komplett verstanden wird. Wenn Eltern ihren Kindern vorlesen, ist schon das Hören von Sprache förderlich für die Kindsentwicklung.

Wieso ist es so unentbehrlich Kleinkindern vorzulesen?

Wusstest Du, dass das gemeinsame Anschauen von Bilderbüchern zum Vorlesen zählt? Auch wenn es technisch gesehen nicht viel zu lesen gibt, sind Bilderbücher wichtig für Kleinkinder.

Hier geht es nicht nur um Spaß und die Zeit miteinander: Auch Bücher mit Bildern aktivieren das kindliche Lernzentrum hervorragend. Viele vergessen nämlich, dass zusammen lesen ein Gespräch fördert. Die kleinen Zuhörer sind kritisch: sie machen sich bemerkbar, wiederholen Wörter und stellen Fragen.

Vorlesen besteht nicht nur daraus, Kindern eine lustige Kindergeschichte näher zu bringen, sondern es geht auch um den Austausch und das soziale Miteinander. Als Vorleser tritt man immer auch mit dem Zuhörer in einen Dialog, auch mit Kleinkindern: man erklärt Gegenstände, fragt nach Farben oder der Anzahl bestimmter Dinge. Das fordert die Kleinen über das Zuhören hinaus und verleiht Bilderbüchern einen besonderen Stellenwert in der kindlichen Frühentwicklung.

Kinder, denen vorgelesen wird, haben es später leichter

Die von der Stiftung Lesen seit 2007 jährlich erhobene Studie zeigt, dass Eltern die Entwicklung ihrer Kinder durch regelmäßiges Vorlesen nachhaltig positiv beeinflussen können. Eine Erkenntnis der Studie: Kindern denen häufig vorgelesen wird, fällt es in der Schule wesentlich leichter zu lernen. Vor allem Lesen und Schreiben zu lernen gestaltet sich bei Schülern, denen oft vorgelesen wurde leichter. Sie bringen durch das Vorlesen bereits eine gewisse Empathie für Sprache mit sich.

Welche Fähigkeiten fördert das Vorlesen?

Vorab: Kindern vorlesen zu wollen ist immer eine gute Sache! In der schnelllebigen Welt, in der wir leben, kommt das Erzählen von Geschichten oft ein bisschen zu kurz. Wenn Du also Deinem Kind vorlesen möchtest, ist das auf jeden Fall der richtige Weg!

Wenn Eltern ihrem Kind vorlesen, beansprucht das viele Bereiche im kindlichen Gehirn. Es wird beispielsweise die Kreativität angeregt und das Vorstellungsvermögen erweitert. Eine vorgelesene Geschichte fordert für ein Kind ganz schön viel Aufmerksamkeit. Das wiederum wirkt sich positiv auf die Konzentrationsfähigkeit aus. Neue Wörter können durch Vorlesegeschichten spielerisch erlernt werden – der Wortschatz wird ausgebaut.

Wenn Du es liebst in ein gutes Buch abzutauchen, wirst Du wahrscheinlich wissen, wie es ist, mit den Figuren mitzufiebern. So geht es Kindern auch! Sie versetzen sich in die vorgelesene Situation und Person hinein – das schult die Empathie. Einfühlungsvermögen ist eine wichtige Fähigkeit auf dem Weg zum Heranwachsenden und dadurch einfach zu trainieren, wenn Eltern ihren Kindern vorlesen.

Der größte Pluspunkt für Eltern, die ihren Kindern vorlesen ist natürlich die emotionale Nähe zum eigenen Kind. Die gemeinsam verbrachte Zeit kommt der Eltern-Kind-Beziehung sehr zugute und fördert ein vertrautes Miteinander.

Wann sollte ich meinem Kind vorlesen?

Um vom Alter zu sprechen: Durchschnittlich starten Eltern das Vorlesen von Kindergeschichten ab zwei Jahren. Aber auch in jüngerem Alter können sich die entwicklungsfördernden Effekte von Vorlesen (und Bilderbuchzeigen) feststellen lassen. Es ist nie zu früh, zusammen zu lesen. Aber Vorsicht bei der Wahl des Lesestoffs: Kindergeschichten kommen nicht ohne Grund mit Altersempfehlungen.

Um von einem Zeitpunkt zu sprechen: Zusammen lesen ist immer eine gute Idee! Wenn Du Deinen Kindern vorlesen möchtest, entschleunigst Du damit ihren Alltag. Sie hören zu und kommen zur Ruhe. Vor dem Mittagsschlaf und vor dem Schlafengehen am Abend sind die perfekten Zeitpunkte, um ein Kinderbuch hervorzuholen und zu lesen. Vor allem Gute-Nacht-Geschichten können zu einem schönen Abendritual werden, bei denen vorgelesen und gekuschelt wird.

Was sind Gute-Nacht-Geschichten?

Vor dem Schlafengehen noch eine kleine Geschichte vorgelesen zu bekommen, lässt Kinder sanft ins Land der Träume entschwinden. Eine Gute-Nacht-Geschichte ist ein schöner Abschluss eines Tages für Kinder. Bei regelmäßigem Vorlesen von kurzen Kindergeschichten am Abend, wird das schnell zu einem festen Bestandteil des Tages. Und das ist gut so! Feste Rituale sind wichtig und aus einem Buch von Mama oder Papa vorgelesen zu bekommen, schenkt Deinem Kind Liebe und elterliche Zuwendung. Mit dem wunderschönen Gefühl von Geborgenheit in einen Traum gewiegt zu werden, vertreibt außerdem sicher jeden Alptraum.

Was sollte ich bei Gute-Nacht-Geschichten berücksichtigen?

Lustige Kindergeschichten, bei denen Dein Kind sich vor Lachen kugelt, sind nicht unbedingt empfehlenswert als Gute-Nacht-Geschichte. Die perfekte Geschichte auf dem Weg ins Traumland sollte nicht zu aufregend oder spannend sein. Kinder sollten sich beim Vorlesen entspannen und allmählich einschlafen können. Setze daher am besten auf kurze Kindergeschichten. Vielleicht eine von vielen schönen Tiergeschichten? Oder ein altersgerechtes, verträumtes Märchen?

Welche Geschichten soll ich meinem Kind vorlesen?

Vorgelesene Geschichten beflügeln die kindliche Fantasie! Egal, welche Abenteuer Du Deinen Kleinen auch vorlesen möchtest, Du solltest immer auf die Altersempfehlung achten. Die kannst Du bei Kinderbüchern in der Regel auf der Vorder- oder Rückseite finden. Diese Empfehlung berücksichtigt zum Beispiel die Satzstruktur des Buches. Oder wie schwierig die verwendeten Wörter für Kinder sind. Auch die Geschichte an sich spielt eine Rolle: Wie lang lesen Vorleser und Kind daran? Und ist sie leicht verständlich?

Du hast schon eine gefühlte Millionen Mal dieses eine Buch vorgelesen? Und es soll schon wieder diese Geschichte sein? Obwohl der Schrank voll mit neuen Geschichten ist, die nur darauf warten vorgelesen zu werden? Auch wenn Du drüber schmunzeln musst: es gibt einen Grund dafür!

Kinder identifizieren sich mit den vorgelesenen Geschichten und finden manchmal etwas im Plot, dass sie besonders in den Bann zieht. Vielleicht ist eine Stelle besonders lustig und bringt Dein Kind zum Lachen? Oder etwas innerhalb der Story passt gerade gut, um etwas Erlebtes zu verarbeiten.

Tipp: Du bist auf der Suche nach neuem Vorlesestoff für kleine Zuhörer? Schau mal bei der Plattform „einfach vorlesen“ vorbei. Als gemeinsames Projekt der Stiftung Lesen und der Deutsche Bahn Stiftung bietet die Plattform Eltern pädagogisch wertvolles Vorlesematerial. Dort findest Du viele tolle Kindergeschichten zum Downloaden – kostenlos und nach Altersempfehlung kategorisiert.

Eignen sich Märchen für Kleinkinder?

Märchen sind eine spannende Option zum Vorlesen. Jede Geschichte erzählt neue Abenteuer rund um tapfere Ritter und den Triumph über das Böse. Der Weg innerhalb einer Geschichte kann bei Märchen allerdings lang und düster sein. Nicht jedes Märchen ist im Original so fröhlich verfasst, wie man es glauben mag. Sollte Deine Wahl also auf ein Märchenbuch fallen, sieh Dir die Version ganz genau an.

Mittlerweile gibt es viele Klassiker als Kindergeschichten mit anschaulichen Bildern und weniger gruseligen Hexen und Kreaturen. Gerade für Kleinkinder kann das eine gute Wahl sein. Oder hättest Du gewusst, dass die kleine Meerjungfrau in der originalen Geschichte zu Meeresschaum vergeht und kein Happy End bekommt?

Fazit: Öfters mal zum Buch greifen

Du siehst also: Gemeinsam mit Deinem Kind in einem Buch zu lesen, ist wertvoll verbrachte Zeit. Regelmäßiges Vorlesen wird euch nicht nur einander näherbringen, sondern auch die Entwicklung Deines Kindes positiv beeinflussen. Auch im hektischen Alltag lässt sich für eine Vorleserunde etwas Zeit einräumen. wenn Du bedenkst, wie wichtig es ist, gemeinsam zu lesen und welche Vorteile es mit sich bringt. Regelmäßig ein Buch aufzuschlagen und daraus zu lesen, z. B. als abendliches Ritual, kann Dich nach einem stressigen Tag genauso gut abschalten lassen, wie Dein Kind.

Und wer weiß, vielleicht entdeckst Du Deine Liebe zu Büchern durch das Vorlesen (neu)?

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